Martin Kippenberger: The Happy End of Franz Kafka’s 'Amerika'

Martin Kippenberger | © Wubbo de Jong / MAI (Maria Austria Instituut)
07.02.2021
10:00-18:00 Uhr
Veranstaltungsdauer: 07.02.2021 bis 02.05.2021

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Sa und So 10:00-18:00 Uhr
Do und Fr 10:00-20:00 Uhr
Mo geschlossen

Feiertage 10:00-18:00 Uhr

The Happy End of Franz Kafka’s ‘Amerika’ ist ein Schlüsselwerk Martin Kippenbergers. Der Künstler verbrachte drei Jahre mit den Vorbereitungen, Recherchen und Produktionsmaßnahmen und integrierte Arbeiten zahlreicher weiterer Künstler*innen und Autor*innen in sein Werk, wie u. a. von Cosima von Bonin, Ulrich Strothjohann, Tony Oursler, Jason Rhodes, Diedrich Diederichsen und Michel Würthle. Die Großinstallation mit den Ausmaßen eines Sportplatzes nimmt Bezug auf das Schlusskapitel des Romanfragments Der Verschollene / Amerika von Franz Kafka.

Thematisiert wird die Erfahrung des Einzelnen, einer fremden und befremdenden Gesellschaft gegenüberzustehen und sich behaupten zu müssen. Kafkas Figur, der junge Karl Roßmann, wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt und ist auf sich allein gestellt, bis er eines Tages auf das große „Naturtheater von Oklahoma“ trifft. Ob dort seine Hoffnung auf ein besseres Leben erfüllt wird, bleibt in Kafkas unvollendetem Werk und letztlich auch bei Kippenberger – trotz des „Happy-Ends“ im Titel – unbeantwortet.

Kafkas literarische Vision übersetzte Kippenberger in ein dreidimensionales Bild, das Arena und Ausstellung zugleich ist. 50 Tisch-Stuhl-Ensembles – teils Ikonen der Möbeldesigns, teils Fundstücke, teils eigene Kunstobjekte – imaginieren ein improvisiertes Großraumbüro unter freiem Himmel als Schauplatz von massenhaften, gleichzeitig stattfindenden Einstellungsgesprächen. Zwischen individueller Mythologie und scharfsinniger Gesellschaftsanalyse entfaltet das Werk wie kein anderes den einzigartigen künstlerischen Kosmos Kippenbergers und konfrontiert die Betrachter mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen nach den Mechanismen von Integration, Repression und Macht.

Parallel dazu werden in den historischen Räumlichkeiten der Villa Hügel Künstlerbücher und -plakate Kippenbergers unter dem Titel Vergessene Einrichtungsprobleme in der Villa Hügel ausgestellt.

Die gemeinsame Eröffnung findet am 6. Februar 2021 statt.

Martin Kippenberger (1953–1997) ist einer der wichtigsten Künstler des späten 20. Jahrhunderts. Die Vielfalt seiner künstlerischen Medien und Materialien – von Malerei und Skulptur über Zeichnung, Fotografie und Performance bis zu Plakat und Buch – ist ebenso beeindruckend wie seine oft beißende Ironie und analytische Schärfe, die ihn als genauen Beobachter gesellschaftlicher und politischer Phänomene ausweisen.

Martin Kippenberger wuchs in Essen auf, wo sein Vater als Bergwerksdirektor, seine Mutter als Ärztin berufstätig waren. Die Familie unternahm regelmäßig gemeinsame Ausflüge in das Museum Folkwang und die Villa Hügel. Über das kunstinteressierte Elternhaus erhielt Kippenberger frühzeitig wichtige Anregungen für seine spätere künstlerische Arbeit. In seinem Werk lassen sich zahlreiche Anspielungen und versteckte Hinweise auf seine in Essen und im Ruhrgebiet verbrachte Kindheit und Jugend entdecken.

Eintritt

5,- €, erm. 3,50 €

Veranstaltungsort

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
+49 201 88 45444
info@museum-folkwang.essen.de
www.museum-folkwang.de

Veranstalter

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
0201 88-45444
info@museum-folkwang.essen.de
www.museum-folkwang.de

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