Vortrag von Rabbinerin i.A. Dr. Annette M- Boeckler, Zürich

Jüdische Metropolen – London

© Stadt Essen
11.06.2020
19:00-21:00 Uhr

London ist die zweitgrößte jüdische Gemeinschaft Europas mit fast 200.000 Personen. Seit 1653 leben Juden ununterbrochen in der Handelsmetropole. Zuerst kamen sefardische Kaufleute aus der Iberischen Halbinsel, von der Mitte des 19. Jahrhunderts an wanderten deutschsprachige und später osteuropäische Juden zu. Das Londoner „East End“ war zwischen 1900 und 1939 jüdisch geprägt. Hinzu kamen Juden aus den englischen Kolonien und Protektoraten.

Viele deutsche Juden flüchteten nach der Machübernahme der Nationalsozialisten nach England. Hierhin kamen auch die „Kindertransporte“. Nach 1945 zogen viele jüdische Familien in Vororte. Stadtviertel wie Golders Green, Hendon, Edgware oder Stamford Hill sind jüdisch mitgeprägt. In den letzten Jahren zogen viele Jüdinnen und Juden in Vororte nördlich von London, wie Bushey, Borehamwood u.a.

Das ganze Spektrum jüdischen Lebens ist hier vorhanden: Spanisch-Portugiesisch (seit 1657), Reform (seit 1840), Liberal (seit 1902), Masorti (seit 1980), verschiedene orthodoxe Richtungen (Federation, Hebrew Congregations, United Synagogue) mit je ihren eigenen Dachorganisationen sowie verschiedene chassidische Gruppen.

Schon 1855 entstand das Jews College als traditionelle Ausbildungsstätte für Kantoren und Rabbiner. 1956 kam das liberale Leo Baeck College hinzu. Vier Londoner Lehrer gründeten 1980 das heute international bekannte Lern-Festival "Limmud". International bekannt wurde auch Rabbiner Jonathan Sacks (geb. 1948), der von 1991-2013 den Titel „Oberrabbiner“ führte.

Was ist die Bedeutung der jüdischen Gemeinschaft in London heute? Wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert? Wie sind die Zukunftsperspektiven? Wie reagieren Londoner Juden auf antisemitische Übergriffe? Wie sieht das jüdische Publikum den sich abzeichnenden „Brexit“?

Annette M. Boeckler hat von 2007 bis 2017 in London gelebt und am Leo Baeck College gearbeitet. Sie war aktives Mitglied einer Masorti Gemeinde in London. Kontakte zur orthodoxen Gemeinschaft Londons entstanden durch ihr Interesse an der traditionellen jüdischen Liturgie. Von 2017-2019 war sie am Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog beschäftigt (vormals Zürcher Lehrhaus). Zurzeit studiert sie für das Rabbinat am Levisson Institut Amsterdam. Sie ist mit vielen Publikationen zur Hebräischen Bibel, jüdischen Liturgie und Lebenspraxis hervorgetreten.

Eintritt

frei

Veranstaltungsort

ALTE SYNAGOGE
Edmund-Körner-Platz 1
45127 Essen
+49 201 88 45218
alte-synagoge@essen.de
www.alte-synagoge.essen.de

Veranstalter

ALTE SYNAGOGE
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0201 88-45218
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